17. April 2008 – Vernetzung
Der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings, der in China einen Sack Reis umfallen lässt.
Alles hängt mit allem zusammen. Oft auf vermeintlich absurde Art und Weise – und meist völlig unerkannt. Sämtliche Fragmente sind Teil einer Entwicklung und miteinander verwoben, auch wenn man die Verknüpfungen (falls überhaupt) gerne erst im Nachhinein erkennt. Das Spiel – oder der Ernst – ist: wie kann man das eine in das andere überführen? Ergibt es einen Sinn oder ist die Sinnfrage prinzipiell überflüssig?
Der kreative Schritt entspricht dem der Wissenschaftler: man stellt eine Annahme, die man im Anschluss zu begründen sucht. Nur, dass man in der Kunst mehr Freiheiten genießt, was Annahme und Begründung angeht, und die Schritte phantastischer gestalten kann. Das grundsätzliche Thema ist jedoch ein ernstes. Ein reales. Und man kann es beliebig aufsplitten und von verschiedensten Seiten heraus betrachten.
Das Thema der Vernetzung birgt auch eine potentiell erzieherische Note, die nicht zwangsweise herausgearbeitet werden muss: Zusammenhänge haben immer auch mit Verantwortung zu tun. Davor muss jedoch die Erkenntnis kommen, als Voraussetzung für eine mögliche Anerkennung dieser Verantwortung.
Die Menschen sind, oft unabsichtlich, wegen Überbeanspruchung und daraus folgender Desensibilisierung, gegenüber einiger Töne taub geworden. Die nicht mehr wahrgenommenen Töne könnten jedoch durch abweichende Akkorde ersetzt werden, die ähnliche Botschaften vermitteln und somit einer Umgehungsstraße ähneln: anderer Weg, gleiches Ziel.